Nordwestgirls: Widrige Umstände führten zur Niederlage in Quakenbrück

63:41 - “Klare Sache !”, könnte man denken. Hält man allerdings eine Lupe über all das, was vor und während des Spiels so vorgefallen ist, muss man den Nordwestgirls trotzdem großen Respekt zollen.
Denn: Mit lediglich fünf Spielerinnen angereist - und das komplette letzte Viertel mit nur noch vier Spielerinnen bestritten - wurde von Beginn an eine bemerkenstwerte Full-Court-Presse gespielt. Und das Team startete sehr gut in das erste Viertel und ging sogar mit 8:13 in Führung. Paula Thüner markierte hierbei sieben Punkte in Folge. Den Artländerinnen gelang bis zur Viertelpause dann doch noch der Ausgleich (13:13).
“Es war mir klar, dass wir dieses Tempo und die Intensität nicht halten würden!”, kommentierte Coach Helena Schwarz den Spielverlauf.
Den zweiten Abschnitt eröffnete für die OTBerinnen Deike Hesse - die bei ihrem Saisondebut mutig und selbstbewusst auftrat - mit einem schönen Dreier (15:16). Doch mehr und mehr übernahm das Heimteam das Kommando (29:18). Mia Blumhoff - erst kürzlich von einer Verletzung genesen - verkürzte noch einmal, bevor es mit einem 31:20 Rückstand in die Pause ging.
Nach der Halbzeit setzten sich die Quakenbrückerinnen, für die es immerhin um den Titel in der Oberliga West geht, weiter ab. Time-out. Letzte Kraftreserven wurden mobilisiert. Und Marla Witte (Topscorerin mit 12 Punkten) führte die Oldenburgerinnen durch starkes Rebounding und Punkte wieder ein wenig heran (42:26). Anna Thomschke organisierte das Spiel ihres Teams vorne souverän und ließ sich auch von den Folgen einer Erkältung nicht davon abbringen, immer wieder die Full-Court-Presse zu spielen, um die Gegnerinnen unter Druck zu setzen.
Und waren die Umstände nicht sowieso schon schwer genug, so holte sich Paula Thüner kurz vor dem Viertelende (49:34) leider ihr fünftes Foul ab. So etwas passiert eben, wenn man eine gute und aggressive Defense spielt. Aber auch von 10 Minuten in Unterzahl ließ sich das Team nicht unterkriegen. Dass die Quakenbrückerinnen sich ihrerseits dagegen entschieden hatten, auch eine Spielerin vom Feld zu nehmen, lässt das Viertelergebnis von 14:7 nochmal stärker erscheinen.
“Mehr war heute nicht drin. Wir haben aber alles rausgeholt, was ging und viele Erfahrungen gesammelt! Ich freue mich, dass alle Spielerinnen gescort haben!”, zog Helena Schwarz ein Fazit nach dem Spiel.
Wer weiß: Vielleicht sind es genau diese Erfahrungen und Eigenschaften wie Kämpferherz, Leidenschaft und Durchhaltevermögen, die in dem ein oder anderen Spiel im weiteren Saisonverlauf den Ausschlag geben können…
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